Danielle | Deutschland
Zwischen Schmerz, Schweigen und Unverständnis.
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Ich dachte, ich könnte alles bewältigen.
Doch innerlich brach alles zusammen.
Ich dachte, ich könnte weitermachen.
Einfach weitergehen.
Tun, was getan werden musste.
Weiterleben wie vorher.
Aber innerlich…
war etwas in mir erloschen.
Keine friedliche Stille.
Eine schwere Stille.
Erdrückend.
Eine Leere, die immer mehr Raum in mir einnahm.
Ich stand morgens auf.
Ich tat, was getan werden musste.
Ich sprach mit Menschen.
Ich lächelte.
Nach außen hin…
schien alles in Ordnung zu sein.
Aber in Wahrheit…
war ich nicht mehr wirklich da.
Etwas in mir
war zerbrochen.
Und ich bemerkte nicht einmal…
wie tief ich innerlich bereits gefallen war.
Lange Zeit dachte ich,
es sei „nur“ Traurigkeit.
Dass die Zeit irgendwann alles heilen würde.
Doch ungefähr ein Jahr später
wurde ich wegen eines Bandscheibenvorfalls
in eine Klinik eingeliefert.
Und dort…
tauchte plötzlich ein anderes Wort auf.
Depression.
Als die Ärzte dieses Wort aussprachen,
war ich überrascht.
Denn ich funktionierte noch.
Ich konnte reden.
Lächeln.
Den Alltag bewältigen.
Und trotzdem…
war ich innerlich erschöpft.
Leer.
Als hätte der Schmerz langsam alles verbrannt,
was noch in mir übrig geblieben war.
In der Klinik
begann ich mit Psychologen zu sprechen.
Und je mehr ich sprach…
desto mehr wurde mir bewusst,
wie viel Leid ich all die Zeit
tief in mir vergraben hatte.
Während all dieser Zeit
war ich einfach weitergelaufen.
Wie im Autopilot.
Ohne jemals wirklich stehenzubleiben
und hinzusehen,
was eigentlich in meinem Inneren geschah.
Nach dem Klinikaufenthalt
sollte ich die Therapie ambulant fortsetzen.
Aber in Deutschland
sind die Wartelisten lang.
Sehr lang.
Man sagte mir,
dass ich ungefähr ein Jahr warten müsste.
Ein Jahr.
Wenn man innerlich bereits kämpft,
kann selbst ein einziger Tag
unendlich erscheinen.
Und trotz allem…
ging ich weiter.
Doch tief in mir
war dieser Kampf noch immer da.
Vor allem mit Gott.
Denn trotz allem,
was ich erlebt hatte…
verstand ich Gott nicht.
Ich betete weiter.
Doch meine Gebete hatten sich verändert.
Sie waren nicht mehr voller Hoffnung.
Sie waren voller Schmerz.
Ich schrie zu Gott.
Ich warf Ihm Sein Schweigen vor.
Ich verstand nicht,
warum Er meine Gebete nicht beantwortet hatte.
Warum Er meine Mutter nicht geheilt hatte.
Warum Er sie mir
so früh genommen hatte.
Ich sah zwar,
wie Seine Hand in anderen Bereichen meines Lebens wirkte.
Doch ich konnte dafür keine Dankbarkeit empfinden.
Denn mein ganzer Blick war auf das gerichtet,
was ich verloren hatte.
Und diese Frage
kehrte immer wieder zurück:
Warum?
Warum sie?
Warum jetzt?
Warum so früh?
Ich wollte nichts anderes hören.
Ich wollte einfach nur meine Mama zurück.
„Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen?
Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele
und mich ängsten in meinem Herzen täglich?“
— Psalm 13,2-3 (LUT)
✦ Danielle | Deutschland ✦
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