Danielle | Deutschland
Was Gott mir vor einem Spiegel offenbart hat.
Der Spiegel zeigte mir einen zerbrochenen Körper.
Gott erinnerte mich daran, wer ich bin.
Es gibt Tage…
an denen unser größter Kampf
nicht in unserem Körper stattfindet.
Sondern in unserem Blick.
In dem,
was wir über uns selbst glauben.
An jenem Tag ging ich langsam
durch meine Wohnung.
Jede Bewegung kostete mich mehr Kraft
als die vorherige.
Meine Muskeln brannten.
Meine Gelenke schmerzten.
Ich war nur aufgestanden,
um einen Teller mit Obst vorzubereiten,
bevor ich mich wieder hinlegen würde.
Ich hatte den Herrn lediglich gebeten,
mir die Kraft zu schenken,
diese eine Aufgabe zu schaffen…
und mich vor Schwindel zu bewahren,
bis ich wieder mein Bett erreichen würde.
Dann kam ich am Spiegel
im Flur vorbei.
Und blieb stehen.
Ich sah mich selbst.
Langsam vorwärtsgehend.
Auf meinem Rollator sitzend.
Den Rücken gekrümmt.
Den Körper angespannt.
Das Gesicht von Schmerzen gezeichnet.
Für einen Augenblick erkannte ich
die Frau im Spiegel kaum wieder.
Wie konnte ich dieses Bild mit der Frau vereinbaren,
die ich vor meiner Krankheit gewesen war?
Die Tränen begannen zu fließen.
Wieder einmal
weinte ich über diesen Körper,
der mich scheinbar mit jedem Tag
ein wenig mehr im Stich ließ.
Dann…
mitten in meinem Schmerz…
hörte ich diese Stimme.
Sanft.
Friedlich.
So vertraut.
Der Herr sagte nur:
„Weißt du…
das ist nur Staub.“
Ich blieb regungslos.
Verwirrt.
Fassungslos.
Und dann…
völlig unerwartet…
musste ich lachen.
Ein unkontrollierbares Lachen.
Während mir gleichzeitig
die Tränen über das Gesicht liefen.
Ich blieb lange
vor diesem Spiegel stehen.
Ich lachte.
Und ich weinte.
Zur selben Zeit.
Denn in einem einzigen Augenblick
hatte der Herr meinen Blick
von diesem zerbrochenen Körper weggenommen
und auf eine ganz andere Wirklichkeit gelenkt.
Ich schwieg.
Seine Worte klangen noch immer
in meinem Herzen nach.
„Weißt du… das ist nur Staub.“
Ich wusste,
dass das keine beiläufigen Worte waren.
Sie trugen eine Wahrheit in sich,
die ich bis dahin noch nicht
vollständig verstanden hatte.
Während ich langsam
in mein Schlafzimmer zurückging,
dachte ich weiter darüber nach.
Warum Staub?
Warum gerade diese Worte?
Da erinnerte mich der Heilige Geist
an diesen Bibelvers.
„Denn du bist Erde
und sollst zu Erde werden.“
— 1. Mose 3,19 (LUT)
Ich kannte diesen Vers seit vielen Jahren.
Ich hatte ihn schon oft gelesen.
Und doch…
an diesem Tag las ich ihn nicht mehr nur
mit meinen Augen.
Sondern mit meinem Herzen.
Plötzlich verstand ich.
Ich hatte meinen Körper so betrachtet,
als würde er bestimmen,
wer ich bin.
Jede neue Schwäche…
jeder Schmerz…
jede Fähigkeit, die ich verlor…
schien mir ein Stück meiner Identität zu nehmen.
Als würde ich,
während ich nach und nach meine körperlichen Kräfte verlor,
mich selbst verlieren.
Doch das war nicht die Wahrheit.
Der Herr ließ mich etwas Tiefgreifendes erkennen.
Ich blickte nicht auf die Person,
die ich war.
Ich blickte lediglich
auf den Körper, in dem ich lebte.
Und das ist nicht dasselbe.
Mein Körper ist kostbar.
Und Gott sagt, dass er den Tempel
des Heiligen Geistes ist.
Doch er war niemals dazu bestimmt,
meine Identität festzulegen.
Er ist nur die Hülle, durch die ich in dieser Welt lebe.
Aber…
Ich bin nicht dieser Körper.
Ich bin nicht diese Hülle.
Ich bin die, von der Gott sagt, dass ich sie bin.
Und Er verspricht, dass ich eines Tages
zu Ihm zurückkehren werde
in einem verherrlichten,
unvergänglichen
und von jeder Krankheit befreiten Körper.
Diese Wahrheit veränderte
nach und nach meinen Blick.
Ich hob langsam den Kopf.
Der Spiegel war noch immer da.
Er zeigte mir genau dasselbe Bild.
Einen geschwächten Körper.
Einen müden Körper.
Einen von Schmerzen gezeichneten Körper.
Nichts hatte sich verändert.
Und doch…
sah ich ihn nicht mehr mit denselben Augen.
Denn diesmal wusste ich,
dass dieses Spiegelbild
nicht bestimmt, wer ich bin.
Dann
dachte ich an all die Male,
an denen ich vor genau diesem Spiegel
geweint hatte.
Ich glaubte,
über meine Krankheit zu weinen.
Doch in Wirklichkeit
weinte ich, weil ich meine Identität
an etwas gebunden hatte, das vergänglich ist.
An etwas, das von Anfang an
nur für eine Zeit bestimmt war.
Was für eine Freiheit, das zu erkennen!
Nein.
Gott spielte meinen Schmerz
nicht herunter.
Er sagte nicht,
dass die Krankheit nicht real sei.
Er verlangte nicht,
meine Schmerzen zu ignorieren.
Er erinnerte mich lediglich an eine Wahrheit,
die größer ist als mein Schmerz.
Eine Wahrheit, die meinen Blick verändern konnte.
Und nach und nach verstand ich,
warum ich einige Augenblicke zuvor
mitten in meinen Tränen hatte lachen müssen.
Es war kein spöttisches Lachen.
Es war das Lachen eines Menschen,
der gerade von einer Lüge befreit worden war,
an die er viel zu lange geglaubt hatte.
Mit einem einzigen Satz
hatte der Herr die Ketten zerbrochen,
die meine Identität an den Zustand
meines Körpers gebunden hatten.
Seit diesem Tag
blicke ich nicht mehr auf dieselbe Weise
in diesen Spiegel.
Er zeigt mir noch immer die Zerbrechlichkeit
meines Körpers.
Aber er bestimmt nicht länger,
wer ich bin.
Denn das, was Gott in mir sieht,
geht weit über das hinaus,
was ein Spiegel jemals zeigen könnte.
„Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich.
Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit.
Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft.
Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“
— 1. Korinther 15,42–44 (LUT)
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